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Das "Trauma Turbine" überwunden

Irgendwie war alles wie (fast) immer, gestern Vormittag im Karl-Liebknecht-Stadion in Potsdam-Babelsberg. Vom ersten Ballkontakt an rannte der FCR 2001 Duisburg an, und so dauerte es auch nur zehn Minuten, bis Fatmire Bajramaj sich in den Strafraum der Potsdamerinnen durchdribbeln könnte, jedoch zunächst verstolperte. Zum Glück lauerte Annemieke Kiesel gleich dahinter und konnte zum 1:0 einschießen.
Auch nach dem Führungstor rollte beinahe im Minutentakt Angriff um Angriff auf das Tor von Turbine-Torhüterin zu, immer wieder über die linke Seite von Bajramaj vorgetragen. Die „Löwinnen“ waren hochmotiviert, ihre Lauerposition hinter Meister 1. FFC Frankfurt auch nach dem Spitzenspiel in Brandenburg noch zu bekleiden.
Die Turbinen fanden überhaupt nicht ins Spiel, leisteten sich viele Fehlpässe und konnten u.a. nach einem Pfostenschuss von Patricia Hanebeck nur von Glück reden, dass sie mit einem schmeichelhaften 0:1 in die Kabine gehen durften.


In der zweiten Halbzeit kam es, wie es kommen musste, und wie es fast immer eintritt, wenn der FCR bei Turbine antritt: Potsdam wurde etwas stärker, aber Duisburg passte sich dem immer noch recht mäßigen Niveau leider zusehends an. Die besseren Chancen erspielten sich trotzdem weiterhin die Gäste aus dem Ruhrgebiet, ohne sie jedoch in einen weiteren Torerfolg ummünzen zu können.
Nach einigen fragwürdigen Entscheidungen sah die Schiedsrichterin in der 75. Minute offenbar die Gelegenheit gekommen, Turbine Potsdam den Ausgleich zu ermöglichen: Sie entschied nach einem normalen Zweikampf im Strafraum völlig unverständlich auf Elfmeter für die Gastgeberinnen. Diese Einladung ließ sich Babett Peter nicht entgehen und traf zum Ausgleich.


Die Stimmung kochte in den folgenden Minuten hoch, insbesondere bei der immer wieder unfair angegangenen Duisburger Abwehrreckin Annike Krahn bangte man bis zum Schluss mit, dass ihr nicht noch die Sicherungen durchbrennen würden.
Den unschönen Höhepunkt der aufgeheizten Schlussphase – an der die Schiedsrichterin nicht ganz unschuldig war – stellte der völlig unnötige Tritt einer Potsdamerin auf die Schulter der am Boden liegenden Simone Laudehr in der 87. Minute dar. Die Duisburger Nationalspielerinnen hatte ihre Gegenspielerin mit einem fairen Tackling vom Ball getrennt, diese trat Laudehr vermutlich aus Frust auf die linke Schulter, anstatt einfach über sie rüberzusteigen. Laudehr musste ausgewechselt werden und fällt auch für das nächste Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft aus.


Annike Krahn konnte ihren Frust dagegen nochmal in positive Energie umwandeln: Ihr Kopfball nach schöner Flanke von der rechten Seite landete zunächst am Pfosten des Potsdamer Tores, die Duisburgerin setzte jedoch solange nach, bis der Ball plötzlich vor den Füßen von Inka Grings landete. Diese Chance ließ sich die Führende in der Torschützenliste natürlich nicht entgehen und erzielte quasi mit dem Schlusspfiff den hochverdienten, aber schon fast nicht mehr für möglich gehaltenen Siegtreffer für den FCR 2001 Duisburg.


Die Duisburgerinnen liegen damit zwei Punkte vor dem 1. FFC Frankfurt, der jedoch ein Spiel weniger bestritten hat.
Zum Show-down in der Meisterschaft könnte es damit am 8. Juni beim Heimspiel des FCR gegen die Frankfurterinnen kommen, vorausgesetzt, beide Teams gehen bis dahin weiter im Gleichschritt.

5.0/5 (1 Bewertung)

Erstellt von: Berlin
       

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